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Arbeitsbedingungen treiben Ärzte ins Ausland

Bereits seit mehreren Jahren protestieren Ärzte in Deutschlands Krankenhäusern gegen schlechte Arbeitsbedingungen. Vor allem die sehr langen Arbeitszeiten, von den Kliniken meist als "Bereitschaftsdienst" bezeichnet, können und wollen sie nicht akzeptieren. Begründet wird diese Haltung nicht nur mit dem ungenügenden finanziellen Ausgleich. Auch die Qualität einer ärztlichen Versorgung könne nach mehr als 24 Stunden Dauereinsatz nicht mehr gewährleistet werden.

Bereits im Jahr 2003 hat es bezüglich dieser Problematik ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes gegeben. Demnach ist Bereitschaftszeit voll als Arbeitszeit anzurechnen. Dieses Urteil wurde jedoch bis heute nicht in der deutschen Arbeitswelt umgesetzt. Folge: In immer mehr Städten und Kliniken treten Mediziner in den Streik oder bereiten entsprechende Aktionen vor. Viele Ärzte haben jedoch längst aufgeben und das Land verlassen. Ausländische Krankenhäuser machen ihnen diese Entscheidung leicht und ködern deutsche Ärzte mit hohen Gehältern, sowie familienfreundlichen Arbeitszeiten. Selbst deutsche Pflegekräfte werden von ausländischen Arbeitgebern angeworben.

So ist es kein Wunder, dass deutsche Fachkräfte immer öfter in die USA, England, Holland oder Skandinavische Länder auswandern. Dadurch können jedoch Stellen in Deutschland nicht besetzt werden. Weniger Personal als bisher muss die selbe Zahl an Patienten versorgen, wodurch sich die Zahl vermeidbarer Todesfälle erhöht. Um deutsche Ärzte im Land zu halten und diese Situation zu verbessern, müsste das EU-Urteil von 1993 mit allen daraus resultierenden Konsequenzen umgesetzt werden. Dies bedeutet vor allem mehr Personal und, um dies überhaupt zu finden, Gehaltserhöhungen. Dieses Geld wird vermutlich ohne eine deutliche Erhöhung der Krankenkassen-Beiträge nicht zu erwirtschaften sein. Das Problem der Ärzte ist somit auch eines Politik. Schließlich sollten die Krankenkassen-Beiträge mit Einführung der Praxisgebühr sinken.

Michael Hoppe
michle79 [at] gmx.de



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