Fehlende Zeiten in der Arbeitswelt
Die Problematik der krankheitsbedingten Fehlzeiten ist für alle Arbeitgeber von Dienstleistungs- und Produktionsbetrieben von hoher Brisanz. Fehlzeiten bereiten nicht nur dem Erkrankten Schwierigkeiten, sondern wirken sich unmittelbar auf die Kollegen sowie das mittlere und gehobene Management aus; dadurch wird die Produktivität des gesamten Unternehmens beeinträchtigt.
Der wirtschaftliche Verlust für die Unternehmen durch krankheitsbedingtes Fernbleiben von Arbeitnehmern wird allein in Deutschland auf jährlich rund 50 Milliarden EUR geschätzt, und ein weiterer Anstieg wird prognostiziert. Die Senkung der Krankenquote ist dadurch zu einem zentralen Bestandteil erfolgreichen Managements geworden. Ein hoher Krankenstand schwächt die Leistungsfähigkeit des Unternehmens, erhöht die Kosten und gefährdet die Wettbewerbsfähigkeit.
Aufgaben der Führungskräfte
* Beobachtungen und Hinweise zur Kenntnis nehmen
* Genaue und konkrete Informationen sammeln
* Immer zuerst mit dem Betroffenen selbst sprechen
* Wirkliche Ursachen herausfinden
* Verbesserung bzw. Verschlechterung kontrollieren
* Entsprechend weitere Schritte einleiten
Möglichkeiten im Unternehmen
kurzfristige Maßnahmen:
* über die Fehlzeitenproblematik informieren
* Aktionspläne aufstellen
* Projekte zur Fehlzeitensenkung durchführen
* Anreizsysteme schaffen
längerfristige Maßnahmen:
* Bewusstmachen des Problems bei der Unternehmensleitung
* Analyse und Verbesserung des Führungsverhaltens
* Gesundheitszirkel einrichten
* Arbeitsorganisation und Verantwortung auf kleine Gruppen verlagern
* Verbesserung der individuellen Arbeitsbedingungen (Arbeitszeit, Arbeitseinteilung etc.)
Ziele des Rückkehrgesprächs
* dem Mitarbeiter verdeutlichen, dass er vermisst wurde
* die Arbeitsaufnahme erleichtern: Informieren über die Ergebnisse und Änderungen während der Abwesenheit (gilt grundsätzlich für längere Abwesenheitszeiten)
* herausfinden, ob die Abwesenheit mit der Arbeitssituation in Zusammenhang steht
Gesprächsführung bei Rückkehrgesprächen
Gesprächsarten
Es gibt eine Fülle von Anlässen, ein Gespräch zu führen; das Spektrum reicht vom Kritikgespräch über das Belobigungsgespräch bis zum Rückkehrgespräch. Generell lassen sich Gespräche in drei Hauptgruppen einteilen:
Personengespräche:
Gespräche, die sich vor allem um Personen drehen (zwischen den Gesprächspartnern herrscht Übereinstimmung)
Sachgespräche:
Gespräche, die sich vor allem um eine Sache drehen (zwischen den Gesprächspartnern herrscht Übereinstimmung).
Konfliktgespräche:
Gespräche, bei denen sachliche wie persönliche Aspekte gleichermaßen vertreten sind (Es besteht keine Übereinstimmung zwischen den Gesprächspartnern).
In Abhängigkeit von der Gesprächsart werden unterschiedliche Inhalte angesprochen. Oft ist es nicht auf den ersten Blick deutlich, um welche Art von Gespräch es sich handelt. So wird häufig die Sache vorgeschoben, obwohl der Gesprächspartner ein anderes "Problem" hat.
Deshalb ist es wichtig sicherzustellen, wo die Ursache liegt. Liegt das Problem des Mitarbeiters beim nicht oder schlecht funktionierenden System (Sache)? Kommen Vorgesetzte und Mitarbeiter nicht miteinander aus (Personen)? Oder liegt eine Kombination von beidem vor?
Diese unterschiedlichen Situationen erfordern jeweils spezielle Verhaltensweisen. Bei allen Gesprächsarten sind jedoch bestimmte Rahmenbedingungen zu beachten und Grundverhaltensweisen anzuwenden, die nachfolgend behandelt werden.
Einflüsse auf Mitarbeitergespräche
Analysiert man die Faktoren, die auf Mitarbeitergespräche oder Rückkehrgespräche bzw. auf Gespräche generell wirken, dann finden sich viele unterschiedliche Punkte.
Diese sollte ein Vorgesetzter kennen; weniger, um sie zu ändern, dies ist oftmals nicht möglich (am ehesten wohl noch bei äußeren Faktoren). Aber er sollte versuchen, sie sich bewusst zu machen und sich fragen, wie sie wohl den Gesprächsverlauf beeinflussen werden, um sich dann darauf einzustellen.
Autor: Thomas Eckardt
eMail: info [at] eckardt-training.de