Pull oder Push im Intranet
Informationen können nach der Push-Methode oder auch nach der Pull-Methode verteilt werden. Was beutet das und wo liegen die Unterschiede zwischen Push und Pull?
Ein einfaches Beispiel für die Verteilung von Informationen nach dem Push-Prinzip ist der Versand von Emails. Der Versand von Emails funktioniert heute ja sehr schnell und billig. Aber ist das in Unternehmen auch wirtschaftlich?
Stellen Sie sich vor, Sie verschicken eine Information per Email. Sie werden überlegen, wen diese Information irgendwann einmal interessieren könnte. Entsprechend groß wird Ihr Adressverteiler für das Email ausfallen.
Und was passiert dann bei den Empfängern Ihrer Email? Die Empfänger müssen den Inhalt lesen obwohl sie im Moment vielleicht gar nicht benötigt wird, um ihn dann in einer persönlichen Ablagestruktur abzulegen. Das macht man natürlich um die Information dann wieder zu finden, wenn sie zukünftig tatsächlich gebraucht wird. Hoffentlich wird sie dann auch wieder gefunden!
Dieses kleine Beispiel zeigt, dass der Versand von Unternehmensinformationen an einen großen Adressatenkreis in der Regel unwirtschaftlich ist und auch zu Qualitätsverlusten führt. Mitarbeiter in Unternehmen werden heute mit Informationen „zugeschüttet“ und verlieren dadurch an Produktivität.
Die Verteilung von Informationen per Email erfolgt nach dem Push-Prinzip, da dem Empfänger die Information „aufgedrückt“ wird.
Abhilfe schafft hier ein Intranet-Portal. Hierüber wird ein zentraler Einstieg zu allen relevanten Informationen zur Unterstützung der Geschäftsprozesse bereitgestellt. Das Intranet-Portal ist dabei eine Art elektronisches Nachschlagewerk für Informationen. Die Informationsverteilung erfolgt nach dem Pull-Paradigma. Wenn eine Information benötigt wird, so erfolgt die Informationsbeschaffung über das Intranet mit Hilfe geeigneter „Find-Hilfen“ (z.B. Navigationslogik oder Volltextrecherche) und man kann sich darauf verlassen, dass die Information richtig, vollständig und aktuell ist.
Mit Hilfe eines dem Pull-Paradigma folgenden Intranets wird also die Effektivität von Wissensarbeitern und die Qualität der Arbeitsergebnisse deutlich gesteigert.
In der Praxis zeigt es sich jedoch, dass es teilweise sehr wichtige Informationen gibt, bei denen man sich nicht darauf verlassen möchte, dass sie ggf. zufällig im Intranet-Portal gefunden wird. In solchen Fällen ist es sinnvoll, doch wieder die Push-Methode einzusetzen. Dieses kann z.B. in der Form passieren, dass ein Email an eine Personengruppe geschickt wird, das einen Link auf die wichtige Information enthält, also z.B. ein Mail mit einem Link auf Informationen zu Heinrich Böll, falls das für die Personengruppe essentiell wichtig ist.
Gute Intranet-Portale kombinieren deshalb das Push- und das Pull-Paradigma. Die Masse der Informationen wird mit der Pull-Methode zur Verfügung gestellt, sehr wichtige Informationen für bestimmte Personengruppen auch nach dem Push-Prinzip.
Winnie Bülow
winnie_buelow [at] kiddys-kinderkarussell.de