Technische Realisierung einer Standleitung
Mit der Beauftragung einer Standleitung hat der Kunde seine Planungen für die Unternehmensanbindung abgeschlossen. Nun wartet er, bis der Dienst vom Provider aufgebaut und bereitgestellt wird. Für den Internet Service Provider hingegen beginnen nun eine Reihe aufeinander aufbauender Maßnahmen, bis die Leitung schließlich am Kundenstandort freigegeben werden kann. Um Ihnen einen kleinen Einblick in die notwenigen Teilschritte zu geben, sollen diese hier kurz skizziert werden:
Standortauskundung
Mit seiner Unterschrift auf dem Vertrag erteilt der Kunde seinem Provider den Auftrag, das gewünschte Produkt in der speziellen Konfiguration aufzubauen. Im ersten Schritt ist es für den Provider wichtig, so viele Informationen wie möglich über den Kundenstandort zu erfahren. Damit kann bereits zu Beginn der Aufbauarbeiten sichergestellt werden, dass keine notwendigen Arbeiten ausgelassen und keine überflüssigen geleistet werden. Nur eine umfassende Kenntnis des Kundenstandorts garantiert den schnellstmöglichen Produktaufbau sowie die Minimierung von Aufbaukosten, was wiederum langfristig allen Kunden des Providers in Form besonders attraktiver Konditionen zugute kommt. Zu den wichtigen Informationen über den Standort gehören beispielsweise die exakte Beschreibung des späteren Übergabepunkts des Dienstes, die heutigen technischen Voraussetzungen sowie die Zusicherung des Kunden, bestimmte Maßnahmen selbst zu erledigen, bevor der Provider mit eigenen Aufbautätigkeiten vor Ort ist. Diese Eigenleistungen des Kunden können beispielsweise Leitungszuführungen zum Übergabepunkt oder die Bereitstellung von Stromanschlüssen sein. Bei der Standortauskundung werden darüber hinaus organisatorische Daten wie Ansprechpartner vor Ort ermittelt, so dass eine schnelle und direkte Kommunikation gewährleistet werden kann.
Material- und Ressourcendisposition
Auf Basis der vom Kundenstandort zusammengetragenen Informationen und der produktabhängigen Daten organisiert der Provider sowohl das notwendige Material als auch die Personal- und Zeitressourcen (z.B. Terminierung von Baumaßnahmen, Planung von Zeitslots für die einzelnen nun folgenden Arbeitsschritte). Typischerweise wird als Hardware ein Router am Unternehmensstandort benötigt. Dieser wird an dieser Stelle bereits für den Kunden reserviert und aus dem Lager in den Servicebereich überführt. Hier beginnt die Konfiguration des Gerätes, das auch wenig später schon an die vom Kunden gewählte Lieferanschrift versendet wird.
Aufbau der Linientechnik
Nun beginnt die physikalische Anbindung des Kunden an seinem Standort. Hier können Kupfer- und Glasfasermedien zum Einsatz kommen, die gegebenenfalls vor Ort als ungenutzte Adern bereits vorhanden sind, oftmals jedoch auch erst vom Provicer in der geforderten Qualität etabliert werden müssen. Baumaßnahmen für Kabelarbeiten können beispielsweise in Form von Grabungsarbeiten oder durch die Nutzung von Leerrohren durchgeführt werden, in die man neue Adern durchzieht oder einschießt. Einige vom Provider nicht beeinflussbare Größen können den Ablauf von Baumaßnahmen verzögern, so zum Beispiel Witterungsumstände wie anhaltender Frost oder das Warten auf die Freigabe einer Baugenehmigung durch die lokalen Behörden.
Aufbau der Übertragungstechnik
Auf Basis des jetzt vorhandenen Mediums, das den Kunden mit dem Backbone des Providers verbindet, ist nun ein Aufbau der sogenannten Übertragungstechnik durchführbar. Die physikalische Leitung wird mit Übertragungstechnik ausgestattet und als Transportmedium für Datenübertragung eingerichtet. Eine Nutzung der Anbindung durch den Kunden ist zum momentanen Zeitpunkt jedoch noch nicht möglich. Nicht zuletzt, weil das Leitungsende auf der Seite des Unternehmensstandorts noch nicht montiert und geschaltet ist, was in den nächsten Schritten erfolgt.
Montagearbeiten beim Kunden vor Ort
Um das Leitungsende am Kundenstandort in die Infrastruktur des Gebäudes zu integrieren, werden Montagearbeiten am sogenannten Übergabepunkt (APL) durchgeführt. Nach Abschluss dieser Arbeiten ist das Übertragungsmedium physikalisch an das Gebäude angeschlossen.
Schaltarbeiten in den Betriebsstätten
Auf Seiten des Providers wird das neu eingeführte Medium ebenfalls in die dortige Infrastruktur integriert, so dass es nun an das Backbone des Providers angeschlossen ist.
Einmessung vor Ort beim Kunden und in den Betriebsstätten
Zu diesem Zeitpunkt wird der Kunde gebeten, das an ihn verschickte Endgerät gemäß der beiliegenden Anleitung zu verkabeln und in Betrieb zu nehmen. Die vorkonfigurierte Hardware sorgt für den Leitungsaufbau, der vom Provider überwacht wird.
Betriebsfähige Übergabe an den Kunden
Nach verschiedenen Kontrollprozeduren des Providers wird die Leitung als betriebsfähig an den Kunden übergeben. Dies erfolgt telefonisch oder schriftlich. Ab nun steht dem Kunden der von ihm bestellte Dienst in voller Leistungsfähigkeit für seinen Regelbetrieb zur Verfügung.
Ralf Pregens (Marketing / iQom Business)
marketing [at] iqom.de