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Im Namen der Kinder

Kinder brauchen eine intakte Familie. Was aber tun, wenn es in der Beziehung kriselt? Soll man dann im Namen der Kinder zusammen bleiben? Oder ist es besser, sich möglichst frühzeitig zu lösen und einen Neubeginn zu wagen? Im Folgenden sollen einige Anregungen zur Beantwortung dieser Fragen gegeben werden.

Kinder sind sehr feinfühlig. Sie bemerken Spannungen zwischen ihren Eltern sehr schnell, selbst wenn diese nur sehr subtil vorliegen. Nicht selten fühlen sie sich an diesen Spannungen schuldig. Schließlich wird mit ihnen nicht darüber gesprochen.

Dieses Schuldgefühl kann für Kinder sehr belastend sein. Wenn sich ihre Eltern also permanent streiten, selbst wenn sie es nicht vor den Kindern tun, wird ein Kind das bemerken. Es wird sich zu Hause nicht mehr wohl fühlen und sich im schlimmsten Fall in sich selbst zurückziehen.

Auch haben die Kinder von einer zerrütteten Beziehung nichts. Eltern bleiben zwar im Namen der Kinder zusammen, doch das ist oftmals leider nur formal. Von Liebe ist kaum noch etwas zu spüren. Die spaßigen Familienaktivitäten mit Ausflügen, Spielen und gemeinsamen Bastelstunden werden immer vom Schatten Ihrer Beziehungsprobleme verdunkelt. Betroffene Kinder leiden also eher unter der elterlichen Standhaftigkeit, als dass sie ihnen etwas nützt.

Wenn ein Paar wirklich ernsthafte Beziehungsprobleme hat, dann sollte es auch ernsthaft über eine Trennung nachdenken. Die Kinder sollten nach Möglichkeit feinfühlig in entsprechende Gespräche einbezogen werden. Sie gehören auch zur Familie und dürfen sich nicht ausgeschlossen fühlen. Natürlich sollte ein Paar daran arbeiten, seine Beziehung zu retten. Doch wenn das nicht geht, hilft es Kindern nicht, wenn Eltern für diese in einer kaputten Beziehung bleiben. Statt an einer desolaten Beziehung festzuhalten, ist es in der Regel besser, sich wirklich trennen. Im Namen der Kinder.

Mark Boltmann vom Elbsenf Magazin Hamburg
info [ät] elbsenf.de



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