Hundealltag im Wandel
In den vergangenen dreißig bis vierzig Jahren hat sich in das Verständnis für Hunde und damit die Haltung und der Umgang mit Hunden beachtenswert gewandelt. Früher wurden Hunde zu einem großen Teil eher aus Zweckdenken gehalten. So gab es Hunde etwa als Wächter für Hof und Haus, als Gebrauchshunde für die Jagd oder zum Hüten von Vieh, aber auch als Zughunde, die verschiedene Güter transportierten, nicht nur im hohen Norden sondern auch bei uns in Europa. Sicher gab es auch damals schon Menschen, die Hunde hatten, weil sie sich einfach zu diesen Tieren hingezogen fühlten, aber der Anteil solcher Hundebesitzer ist heute sicher sehr viel höher geworden als damals.
Gleichzeitig haben die Verhaltensforscher und eine große Zahl praktischer Hunderzieher und Hundehalter den Umgang mit Hunden und die Methoden der Hundeerziehung beinahe schon revolutioniert: weg von Zwangsmaßnahmen und schmerzhaften Gemeinheiten und hin zu einer Erziehung, die sich an den psychischen Eigenschaften der Hunde orientiert und den Zwang durch positive Verstärkung und andere viel mehr hundegerechte Maßnahmen ersetzt. Das heißt, dass erwünschtes Verhalten belohnt und unerwünschtes einfach ignoriert wird, wodurch der Hund nach genügend häufigen Wiederholungen dieser Erfahrung von sich aus das erwünschte Verhalten interessanter findet und das unerwünschte mit der Zeit ablegt.
Dies ist nur ein Beispiel für die positiven Auswirkungen, die das Herangehen an Hunde mit mehr Verstand und weniger Gewalt bewirken kann. Ganz zu schweigen natürlich von dem enormen Plus an Vertrauen, das Hunde durch eine solche Methodik ihren Menschen entgegenbringen können. Nachdem dieses Gedankengut bereits weite Kreise unter den Hundhaltern erreicht hat, bleibt zu hoffen, dass die Erfolge auch die letzten Zweifler noch überzeugen können.
Eckbert Heinenberg
eckbert [at] brave-hunde.de