Der Galaterbrief
Der Galaterbrief ist einer der biblischen Briefe des Apostel Paulus innerhalb des Neuen Testamentes. Er wurde wahrscheinlich kurz nach 50 n.Chr. verfasst. Gerichtet ist der Brief an die christlichen Gemeinden in Galatien, die sich im heutigen Kleinasien befanden.
Paulus besuchte Galatien sowohl während seiner ersten Missionsreise (Apostelgeschichte 13,51; 14,8.20), als auch auf seiner dritten Missionsreise (Apostelgeschichte 18,23). Er gründete selbst eine Gemeinde in Galatien, wie aus Gal. 1,6 zu ersehen ist.
Der Galaterbrief ist in ungewöhnlich strengen Ton abgefasst. Gleich zu Beginn fällt auf, dass zwar, wie in antiken Briefen üblich, der Name des Absenders bezeichnet wird, der des Empfängers und eine Grußformel folgt, das ansonsten übliche vierte Element aber, nämlich die Danksagung fehlt. Das zeigt deutlich, dass Paulus nicht gerade einen Lobesbrief an die Galater schrieb.
Im Brief selbst geht der Apostel dann auch streng mit den galatischen Christen ins Gericht. Er wirft ihnen vor, ein anderes Evangelium angenommen zu haben, als das, welches Paulus ihnen gebracht hatte. Insbesondere greift Paulus judaisierende Lehrer an, die in den Gemeinden Werkgerechtigkeit predigten, was die Galater allzu leichtgläubig akzeptierten.
Paulus macht deutlich, dass es allein die Gnade Christi ist, die den Menschen rechtzufertigen vermag, durch den Glauben, und nicht das Halten von Gesetzen. Paulus zeigt auf, dass die Galater aus der Gnade gefallen seien, da sie den Werken den Vorrang gegeben haben, womit sie die Gnade Gottes zurückweisen würden. Vor diesem Denken warnt Paulus in seinem Brief. Insofern ist der Brief auch nicht nur als Kritik an den Galatern zu verstehen, sondern auch als Mittel der Aufrüttelung, mit dem Ziel einer Verhaltensänderung.
Der Galaterbrief hat sicherlich auch eine aktuelle Bedeutung für die gegenwärtige Christenheit. Denn Irrlehren können sich immer einschleichen und Wachsamkeit ist daher angebracht. Insofern dürfen wir Paulus sehr dankbar sein, dass er einen deutlichen, warnenden Ton in seinem Brief verwendet hat. Dies kann uns heute noch zu Gute kommen.
Eckart Haase
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