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Hanf als Medizinpflanze

Hanf (Cannabis sativa) ist in zweierlei Hinsicht eine Medizinpflanze. Zunächst kann aus den Hanfsamen (welche botanisch betrachtet eigentlich Nüsse sind) ein wertvolles Speiseöl gepresst werden. Dieses Öl ist besonders reichhaltig an mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

Die im Hanföl enthaltenen Omega-3-Fettsäuren machen das Öl für bestimmte Anwendungen sehr interessant. So wird das Öl gern als Nahrungsergänzung in das tägliche Essen integriert. Eine solche Ernährung lindert häufig die Beschwerden von Menschen, die an Neurodermitis leiden. Das Öl kann bei Neurodermitis aber auch auf die Haut aufgetragen werden. Die einschlägigen Internetforen sind voll von anekdotischen Berichten, wo das Hanföl wahre Wunder bewirkt hat. Zwar liefern auch andere Pflanze wie die Nachtkerze oder Borretsch ähnlich wertvolle Öle, aber Hanf hat den Vorteil, dass dieser in der Regel auch im konventionellen Anbau ohne Chemie angebaut wird.

Weitere medizinisch wirksame Substanzen liefern die Blüten des Hanfs. Diese werden bekanntlich in getrockneter Form auch als Marihuana bezeichnet. Marihuana oder auch Cannabis wurden in Form von Tinkturen schon vor Jahrhunderten gegen diverse Malaisen angewendet. Besonders bei Migräne ist Cannabis ein bewährtes traditionelles Heilmittel, welches leider seit Jahrzehnten verboten ist. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts waren Haschisch-Hühneraugenpflaster in Deutschen Apotheken eine Selbstverständlichkeit.

Möglicherweise steht Cannabis in der Medizin aber ein großes Comeback bevor. In Großbritannien forscht die Firma GW Pharmaceuticals an einen Cannabisspray, welches bei Multipler Sklerose zum Einsatz kommen soll. Die Aktien der Gesellschaft werden bereits an der Börse gehandelt und die Firma wird in Milliarden-Pfund Höhe bewertet.

Klaus-Martin Meyer

majordomus [at] t-online.de



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