Ist ein Glas Wein täglich gesund
Wein soll wie andere alkoholische Getränke mit geringem Alkoholgehalt, in geringer Menge genossen, das Herz-Kreislaufsystem positiv beeinflussen; so heißt es etwa in der Analyse der „Health Professional“, einer vor einem Jahr herausgekommenen US-Studie, in der über 16 Jahre die Daten von 8.870 Männern ausgewertet wurden, ein halbes Glas Wein täglich senke die Herzinfarktrate um 40%. Unter den völlig abstinenten Männern traten hochgerechnet auf 1.000 Personenjahre ganze 2,7 Herzinfarkte auf, während bei ihren Wein trinkenden Mitstreitern, die rund 5 bis 15 Gramm Alkohol täglich zu sich nahmen, ein Herzinfarkt nur 1,6-mal pro 1.000 Personenjahre vorkam.
Weiter offenbarte die Studie, dass gerade die am meisten gesundheitlich profitierten, die täglich ein Glas Wein tranken. Anderen Untersuchungen zufolge ist sogar der Konsum von zwei Gläsern Wein täglich bei Männern und eineinhalb Gläsern bei Frauen unbedenklich. Wein in gesundem Maß wirke prophylaktisch auf Herz-/Kreislauf-Erkrankungen. Durch Senkung des Blutfettspiegels und Anhebung des "guten" protektiven HDL-Cholesterins, der Blutdrucksenkung und der antioxidativen Wirkung könne der Entwicklung einer Arterienverkalkung vorgebeugt werden. Insbesondere Rotwein gelte durch seine antioxidative Wirkung als Schutzfaktor vor bösartigen Tumoren und verhindere die Entwicklung von Osteoporose.Andere Studien kommen merkwürdigerweise zu einem fast entgegengesetzten Ergebnis: Danach erhöht der Alkohol im Wein bei übermäßigen Genuss das Brustkrebsrisiko bei Frauen signifikant. Was ist aber in diesem Zusammenhang übermäßig? Die Experten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) legen die Grenze zwischen Genuss und Gefahr bei höchstens 20 Gramm Alkohol am Tag fest. Das entspricht einem Glas Wein, Frauen wird geraten, maximal 10 Gramm Alkohol am Tag zu sich zu nehmen, also maximal ein halbes Glas Wein. Auch die angeblich positive Wirkung auf das Herz durch täglichen Weingenuss in Maßen stellt die DGE infrage. Vielmehr vermutet man, dass es gar nicht der Alkohol ist, der für die in einigen Studien gefundenen Ergebnisse verantwortlich ist, sondern womöglich andere Stoffe wie Resveratrol. Diese Substanz ist aber nicht nur in Wein, sondern auch in Traubensaft, Trauben und anderen Obstsorten enthalten.
Heiko Konradt
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