Fallstricke des HTML
Es ist keine Programmiersprache. HTML ist nicht einmal eine Scriptsprache. HTML ist eine Auszeichnungssprache, ähnlich den Auszeichnungscodes in einer Textverarbeitung. HTML besteht aus einer überschaubaren Anzahl von Auszeichnungs-Tags, HTML kennt keine Variablen und keine Schleifen - und doch ist HTML immer wieder der Grund für so viele Fehler auf privaten - aber auch vielen professionellen - Internetauftritten.
HTML ist im Grunde keine Sprache, um das Design einer Homepage zu definieren, hierzu gibt es seit einigen Jahren die Sprache CSS. Aber HTML kann designen, und um ehrlich zu sein, wer benutzt HTML nicht dazu? Und hier fangen oft die Probleme an. Wer benutzt nicht die gute alte Tabelle, um eine Internetseite optisch in mehrere vertikale Abschnitte aufzuteilen?Ein Problem für viele Webdesigner ist die Notwendigkeit, Internetsites für einen möglichst großen Nutzerkreis kompatibel zu gestalten. Sicherlich, man kann seinen Internetauftritt mit einer Fußnote markieren, sie sei optimiert für diesen Browser mit jener Bildschirmauflösung und einer Liste von Plugins. Aber wer wird tatsächlich seine Bildschirmauflösung verstellen, einen neuen Browser oder gar neue Software installieren, nur um sich eine Seite im Internet anzusehen? Mangelnde Kompatiblität führt schlichtweg zum Besucherverlust.
Die Probleme beim Webdesign beginnen oft schon bei der Bildschirmauflösung. Viele Nachwuchs-Designer vergessen schlichtweg, dass eine Website auf Darstellungsgeräten mit den unterschiedlichsten Bildschirmauflösungen dargestellt werden muss. "Wie sieht denn die Seite bei Dir aus?" ist häufig die erschrockene Überraschung. Abhilfe schafft hier das Einzwängen der Seite in einen verkleinerten Bereich, der der vermeindlich kleinsten Auflösung entspricht oder ein umständliches Umleiten über Javascript. Es ist zu erwarten, dass die Schere der Bildschirmauflösungen mit zunehmender Einführung von Windows Vista und den dafür augelegten Bildschirmauflösungen weiter auseinandergehen wird.
Andere Probleme verursachen Inkompatiblitäten der einzelnen Browser. Vor drei Jahren war die Welt noch in Ordnung: Der Internet Explorer hatte sich als Standardbrowser mit einem Marktanteil von weit über 90% durchgesetzt und wenn eine Website auf diesem Browser gut darzustellen war konnte man davon ausgehen, dass die meisten Besucher ein ähnliches Bild auf ihrem Monitor hatten. Heute müssen Websites sowohl für den Internet-Explorer wie für den Firefox entwickelt werden, will man nicht in Kauf nehmen, einen großen Besucherkreis zu verlieren. Microsoft eigene Befehle, die nicht wirklich zum HTML Standard gehören, von manchem gutmütigen Designer aber miteinbezogen werden, verursachen auf Nicht-Microsoft Browsern plötzlich Fehler in Design oder Funktion. Wer sich in die Jagdgründe des CSS Designs und Javascrip vorwagt, kann hier ganz besondere Wunder erleben.
Um die Abgründe von HTML zu umschiffen, gibt es im Internet viele Homepage Tools, die auch Anwendern mit geringen Fachkenntnissen die Möglichkeit geben, einfache Seiten zu erstellen. Mitterweile ist es sogar möglich, mit wenigen Mausklicks komplette Flash-Seiten aufzubauen mit bunten Riesenschriften, animierten Grafiken und eigenen Diskussionsforen. Nicht jeder muss sich mit den Schwierigkeiten von Programmier-, Script- und Auszeichnungssprachen auseinanderzusetzen, um ein paar Texte, Grafiken und Animationen ins Netz zu stellen. Gerade für kommerzielle Internetauftritte ist der Auftrag an den professionellen Programmierer und Designer oft der einfachste Weg.
Andreas Mettler
findur [at] mettlerweb.de