Lüneburg – tausendjährige Salz- und Handelsstadt
Die im Jahre 951 durch Hermann Billung gegründete Stadt Lüneburg liegt an der Ilmenau inmitten der Lüneburger Heide. Der Gründer, durch König Otto I. mit dem Herzogtum Sachsen belehnt, ließ sich damals auf dem 58m hohen Kalkberg eine Burg bauen und stiftete gleichzeitig das Benediktinerkloster St. Michaelis. Das Stadtrecht verlieh im Jahre 1247 der Herzog Otto dem Kind. Dank des Lüneburger Salzes blühte die Stadt recht bald auf und ihre Bewohner gelangten zu Ansehen und Reichtum. Das Salz aus Lüneburg gelangte über Land oder per Schiff über Lübeck sogar bis nach Russland und Norwegen.
Die vielen sakralen Großbauten der Stadt Lüneburg entstanden im 13. und 14. Jahrhundert. So wurde um 1240 aus Gipsblöcken vom Kalkberg mit dem Bau des Lüneburger Rathauses begonnen und später mit Klinker und Backsteinen erweitert. Zur Vollendung gelangte, Deutschlands größtes, unzerstört gebliebenes Rathaus, erst im Jahre 1720 durch die Erbauung der Barocken Schaufront. Am Ostende des großen Platzes "Am Sande", wurde von 1320 bis 1380 die Johanniskirche mit ihrem 109m hohen Turm gebaut. Die Backstein Kirche St. Michaelis entstand von 1376 bis 1418 und birgt in ihrer Gruft die Gebeine vom Stadtgründer Hermann Billung oder auch Otto dem Strengen. Auch Johann Sebastian Bach wirkte seiner Zeit hier als Mettenschüler.
Im 15. Jahrhundert erlebte die nun zur Hanse gehörende Stadt ihren Höhepunkt. Die vielen prächtigen gotischen Häuser der damaligen Händler erzählen noch heute vom Reichtum der Hansestadt Lüneburg. Am besten sieht man dies an den Häusern rund um den Platz „Am Sande“ mit seinen gotischen Treppengiebeln. Auch die nach dem Vorbild der Lübecker Marienkirche, Anfangs des 15. Jahrhunderts gebaute St. Nikolaikirche zeigt den gotischen Drang zur Höhe.