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Liegerad fahren

"Liegerad fahren wird zum neuen Freizeit-Trend", erklärt Michael Huhn vom Fahrradladen Tretmühle. Aber nicht nur der ambitionierte Urlaubsradler ist mit einem Liegerad unterwegs. "Viele unserer Kunden fahren damit auch morgens zur Arbeit. Man sitzt eben sehr bequem und es ist weniger kraftaufwändig wie beispielsweise mit einem Mountainbike."

Die ersten Liegeräder, welche in Serie produziert wurden, stammen vom Schweizer Hersteller Challand (1895), gefolgt von Brown (1901) und Peugeot (1914). Richtig bekannt wurden Liegeräder aber erst als der Radsportler Francis Faure im Juli 1933 einen Weltrekord von 45,055 km Entfernung pro Stunde zurücklegte. Der aktuelle Weltrekord von August 2004 liegt bei 84,215 km auf einer Radrennbahn. Anerkennung verdiente sich auch der Ingenieur Paul Rinkowski aus Leipzig für seine zahlreichen Liegerad- und Reifen-Konstruktionen von 1950 bis 1985, die er in der damaligen DDR entwickelte.

Sich entspannt zurücklehnen und bei rasanter Fahrt den Fahrspaß erleben - Liegeräder begeistern immer mehr aktive Menschen und sind Ausdruck komfortabler und eleganter Fortbewegung. Der Druck auf Handgelenke und Gesäß wird minimiert und gerade Bandscheiben und die Wirbelsäule werden entlastet. Beim Fahren werden nebenbei Bauchmuskeln, sowie Bein- und Gesäßmuskulatur trainiert.

Liegeräder unterscheidet man in Kurzlieger, deren Pedale sich vor dem Vorderrad befinden, und Langlieger, deren Pedale hinter dem vorderen Rad angebracht sind.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Arten der Lenkung - direkt oder indirekt durch Übertragung der Lenkbewegung mittels Gestänge, sowie Oben- und Untenlenker. Besondere Aerodynamik und damit Geschwindigkeitsvorteile bieten Tieflieger, die über eine sehr niedrige Sitzhöhe verfügen. Liegeräder mit Vollverkleidung (so genannte Velomobiles) sind häufig sogar im Windkanal optimiert worden und garantieren damit geringsten Luftwiderstand.

Vor dem Kauf eines Liegerades sollte man die verschiedenen Modelle auch einmal Probe fahren. Viele Liegeradhändler bieten eine Ausleihe über das verlängerte Wochenende an, meist gegen Kopie des Personalausweises und eine Gebühr zwischen 40 und 60 EUR. Michael Huhn von der Tretmühle: "Der Berater sollte aber auch Tipps zum richtigen Handling geben. Der tiefere Schwerpunkt ist erst einmal gewöhnungsbedürftig, nach kurzer Zeit aber schnell erlernt." So ist es nicht ungewöhnlich, dass die Kaufentscheidung für ein Liegerad über ein halbes Jahr dauern kann. Denn schließlich steht etwas Wichtiges im Vordergrund: Der einzigartige Fahrspaß auf dem eigenen Liegerad.

Michael Huhn
huhn [at] tretmuehle.de



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