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Von Nokia und Siemens zu Nokia Siemens Network

Als Mitte Juli bekannt gegeben wurde, dass Nokia und Siemens beschlossen haben ihre Netzwerksparten zusammenzulegen, war der Konkurrenz klar, dass hier ein Riese geboren wurde. In diesem Artikel erfahren Sie nun einiges über die Geschichte der Firmen, der heutigen Stellung und Wissenswertes über die geplante Fusion der Netzwerksparten.

Im Jahre 1847 wurde Siemens in Berlin von Werner von Siemens und Johann Georg Halske gegründet. Damals entwickelte Werner von Siemens den Zeigertelegrafen und legte damit den Grundstein für den heutigen Telekommunikationsbereich. Die Siemens AG selbst entstand 1966 unter Zusammenschluss der Siemens Unternehmen, die jeweils den Siemens Brüdern und später Söhnen gehören.

Heute ist Siemens in verschiedenen Sparten vertreten, die Bandbreite reicht von IT-Infrastrukturen bis hin zum Schiffsbau. Siemens trat zum 1. Oktober 2005 seine Handysparte an die taiwanesische Firma BenQ ab, die fortan unter BenQ-Siemens vermarktet wird.

Der Fusions-Bereich ist der Telekommunikationsbereich, zu diesem gehören Mobilfunknetze, EWSD, DECT Telefone, OPAL sowie xDSL, die in Zukunft mit der Nokia Netzwerksparte vereint sein werden. Nokia selbst ist ein 1865 gegründetes finnisches Unternehmen, das sich zunächst mit der Papierherstellung beschäftigte und heute der größte Telekommunikationskonzern der Welt ist.

Das heutige Nokia, das sich mit dem breiten Thema der Kommunikation beschäftigt, ist 1967 entstanden. Nokia GmbH ist in Deutschland seit 1988 ein Zusammenschluss mit dem Audio-Video-Bereich von Standard Elektrik Lorenz AG, der Firma Schaub Lorenz und dem Bildröhrenwerk in Esslingen am Neckar.

Im Mobiltelefonbereich liegt Nokia mit einem Marktanteil von rund einem Drittel unangefochten an erster Stelle, mit der Zusammenlegung der Netzwerksparten der beiden Unternehmen wird Nokia Siemens Networks auch im Telekommunikationsbereich zu zumindest einem der weltweit größten Anbieter werden. Die Vollendung des Zusammenschlusses soll bis Ende 2006 abgeschlossen sein.

Die beiden Unternehmen sind an dem neuen Unternehmen zu je 50% beteiligt. Außer Frage steht jedoch, dass Nokia das Unternehmen dominieren wird. So ist der Hauptsitz in der finnischen Hauptstadt Helsinki und außerdem wird Nokia Manager Beresford-Wylie Vorstandsvorsitzender.
Der Zusammenschluss ist für beide Seiten eine äußerst kluge Entscheidung. Zum einen hatten sich die Konkurrenten Ericsson und Marconi bzw. Lucent und Alcatel vor kurzem zusammen geschlossen und zum anderen wurde zwar extra für den Kommunikationsbereich der Communications - kurz Com - Geschäftsbereich gerade erst vor zwei Jahren gegründet, jedoch sind die neuen Möglichkeiten durch den Zusammenschluss grenzenlos. Das Wissen der Siemens Mitarbeiter im Festnetzbereich ergänzen optimal das Wissen der Nokia Mitarbeiter im Mobilfunkbereich. Der Umsatz wird durch die Zusammenlegung rund 16 Milliarden Euro jährlich betragen und beschäftigt rund 60.000 Mitarbeiter.

Durch die Zusammenlegung soll ab 2010 des Weiteren ein Ersparnis von 1,5 Milliarden Euro pro Jahr erfolgen.
Die Problematik liegt jedoch in der Entlassungspolitik der Firma, die möglicherweise 10 - 15 % der 60.000 Mitarbeiter entlassen wird, was bis zu 9.000 Mitarbeitern entspricht.

Noch ist die Fusion noch nicht vom Kartellamt bewilligt, jedoch dürfte dies kein Problem werden und wir dürfen den endgültigen Zusammenschluss der zwei Riesen bald erwarten.

David Deutsch
dd [at] daviddeutsch.de



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